Suche
  • sam - fürs Team

1. Offener Brief an Bürgermeister Oliver Igel

Aktualisiert: Juli 10


Im Mai 2020 wurden Künstler*innen und Künstler per Email darüber informiert, dass das Bezirksamt die seit 7 Jahren vakante Stelle des Kulturamtsleiters nun endlich neu besetzt hat. Die Freude über diese Nachricht, währte nur 1,2 Sekunden, denn dann hatte man auch gelesen, dass im Zuge dieser Neubesetzung (einer Planstelle) die (Plan-) Stelle der Galerieleitung der Kommunalen Galerie Alte Schule nach dem altersbedingten (und wohl verdienten) Ausstieg der wunderbaren Nora Pijorr gestrichen werden müsse.


Kurz darauf verfassten Stefka Ammon, Dorit Bearach, Liz Crossley, Sebastian Körbs und Gudrun Kühne, allesamt Künstler*innen aus Treptow-Köpenick einen Offenen Brief an Bürgermeister Oliver Igel, den bereits weit über 30 Mitunterzeichner*innen unterstützen:



von Künstlerinnen und Künstlern des Stadtbezirkes Treptow-Köpenick 30.05.2020

Offener Brief: Treptow-Köpenick nicht ohne Kommunale Galerie und Galerieleitung

an den Bürgermeister von Treptow-Köpenick Herrn Oliver Igel

und an die Fraktionen der BVV Treptow-Köpenick

sowie der Leitung des Fachbereiches Kultur zur Kenntnisnahme


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Igel!

Am 7. Mai 2020 wurden wir durch ein Schreiben von Frau Indetzki darüber informiert, dass die Stelle der Kommunalen Galerieleitung Alte Schule Adlershof, die bis November 2020 noch von Frau Pijor besetzt ist, nach ihrem Rentenantritt gestrichen werden soll. Diese Entscheidung wurde vom Amt für Personal und Finanzen und dem Kollegium des Bezirksamtes getroffen.

Dagegen erheben wir Künstlerinnen und Künstler in Treptow-Köpenick unseren entschiedenen Einspruch!

Wir müssen darauf aufmerksam machen, dass der Wegfall dieser Stelle eine entscheidende Wirkung auf die Qualität des kulturellen Lebens in diesem Bezirk haben wird. Der Umbau der Kommunalen Galerie Alte Schule Adlershof kann nicht bedeuten, dass während der Bauzeit, voraussichtlich 3 Jahre lang, keine Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen im Rahmen einer repräsentablen Kommunalen Galerie mehr stattfinden können.

Im Vorfeld wurde festgelegt, innerhalb des Bezirkes eine entsprechende Ausweichmöglichkeit für die Galerietätigkeit zu finden.

Bis heute haben wir davon nichts gehört.

Die Arbeit in einer Kommunalen Galerie, die eine qualitativ hochwertige Ausstrahlung haben soll, kann nicht nebenher oder von nicht-qualifiziertem Personal geleistet werden.

Die Kommunale Galerie Alte Schule Adlershof hat sich durch ihre langjährige sehr gute Arbeit in der Berliner Kunstlandschaft einen respektablen Namen erarbeitet. Sie ist für die Künstlerinnen und Künstler des Bezirkes, für Künstlerinnen und Künstler aus Berlin, anderen Bundesländern und auch aus anderen Ländern eine Stimme und eine unverzichtbare nicht kommerzielle Plattform. Für die Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Treptow-Köpenick ist sie ein Fenster zu aktueller Kultur und Kunst und eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der Zeit.

Um das Niveau der Galerie zu halten, auch wenn sie einen „kurzfristigen“ anderen Standort hat (und gerade dann), bedarf es einer ganzen und vollständigen Stelle für die Galerieleitung, die mit einer qualifizierten Fachkraft besetzt ist. Das ist in allen Berliner Bezirken so und auch deshalb darf der Bezirk hier nicht zurückstehen. Zumal sie die einzige kommunale Galerie des größten Stadtbezirkes von Berlin ist.

Wir bitten Sie, sich dafür zu verwenden, dass diese Galerie und die Stelle der Galerieleitung auf einem professionellen Niveau erhalten bleiben. Ist die Galeriearbeit aber erst einmal eingeschlafen, wird es sehr viel Kraft kosten den jetzigen Stand wieder her zu stellen, wenn es überhaupt möglich ist. Die Stelle der Galerieleitung für die Kommunale Galerie Alte Schule Adlershof darf nicht gestrichen werden!

Des Weiteren möchten wir zum Umbau der Alten Schule folgendes sagen:

Die Kooperation beziehungsweise ein kreativer Austausch zwischen Kulturamt, dem Planungsamt, den Architekten und den Künstlerinnen und Künstlern, die effektive Nutzungslösungen für die verschiedenen Nutzer (Bürgerverein, Bibliothek u. s. w.) finden und festlegen sollte, ist leider gescheitert.

Den Vorschlag, die Räume der Galerie für eine allgemeine Nutzung freizugeben mussten wir ablehnen, da in einer Galerie nur geplante kulturelle Veranstaltungen stattfinden können, die mit den Ausstellungen in Verbindung stehen und von der Galerieleitung bestimmt werden. Stehen Skulpturen oder andere Ausstellungsobjekte im Raum können diese nicht beliebig bewegt werden. Das hat versicherungsrechtliche und künstlerische Gründe. Leider haben wir nun schon lange keine Informationen erhalten, wie sich die Pläne des Umbaus gestaltet haben, wie die zukünftige Galerie aussehen wird und welche Nutzungsplanung vorgesehen ist. Wir bitten um mehr Transparenz und weisen nochmals darauf hin, dass Ihnen selbstverständlich die Fachkompetenz der professionellen Bildenden Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung steht.

Auch für die Findung eines zwischenzeitlichen repräsentablen Ausweichstandortes während der Bauarbeiten am Standort Alte Schule bieten wir Ihnen unsere fachspezifische Unterstützung und Beratung an. Die Klärung und Lösung der beschriebenen Problematiken ist eine wichtige Grundlage für eine gute zukünftige Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen



18 Ansichten

Wir sind die Arbeitsgemeinschaft der Bürger*innen und der Künstler*innen für die Kommunale Galerie Alte Schule Treptow-Köpenick.

 

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne über das Formular.

Kontakt

© 2023 by Make A Change.
Proudly created with Wix.com

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now